Konzept

Unser Mehlwald

Unser Meilwald

 

Wir singen jetzt das Pfifferlied, Pfifferlied
Und alle Pfiffer singen mit, singen mit.

Wir sind fröhlich, frech und klein,
und wandern in den Wald hinein,
und spielen und wandern wieder hinaus,
und damit ist der Pfifferlingstag aus.

(Das Pfifferlied)

 

Der Waldkindergarten bietet – gegenüber dem Regelkindergarten - intensivere Möglichkeiten zur Körper- und Naturerfahrung. Eine Förderung dieser Bereiche wirkt sich positiv auf die körperliche, seelische und geistige Entwicklung der Kinder aus.

Gesundheitsförderung:

  • Täglich frische Luft
  • Immunsystem stärken
  • Motorik fördern

Die Kinder sind mehr als 4 Stunden täglich an der frischen Luft. Der natürliche Bewegungsdrang kann ungehindert ausgelebt werden; dies verhindert Haltungsschäden, die heute bei 60% der 3-6 jährigen vorliegen, stärkt das Herz – und Kreislaufsystem, beugt Übergewicht vor und fördert die Koordination. Durch Laufen auf Waldböden, durch Springen und Klettern wird die Grobmotorik geübt; ebenso werden die Muskeln im Spiel trainiert. Das Immunsystem und die Kondition werden gestärkt. Von den Krankheiten, die gewöhnlich in geschlossenen und überheizten Räumen übertragen werden, treten weniger auf. Dänische Kinderärzte “verschreiben” kränkelnden Kindern den Waldkindergarten.

Naturerfahrung und Sinneswahrnehmung:

  • Spielerisch lernen am Original
  • Ökologische Zusammenhänge erfassen

Bei Kindern geschieht das Kennenlernen der Welt weniger über das Denken, sondern hauptsächlich über Tasten, Sehen, Anfassen, Fühlen und Riechen. Um diese Dinge tun zu können, muss ein Kind sich bewegen. Wo anders als in der freien Natur können diese Sinne optimal gefördert werden? Die Natur liefert Originale – und nicht mühsam in Form von Tastsäckchen und Riechfläschchen rekonstruierte Sinneseindrücke. Es findet eine direkte Sinneswahrnehmung statt. Der behutsame Umgang mit jeder Art von Lebewesen wird erfahren und gelernt. Und ganz nebenbei und selbstverständlich lernt das Kind ökologische Zusammenhänge, den Kreislauf der Natur und die Tier – und Pflanzenwelt kennen und respektieren. Nur wer etwas kennt, kann es lieben und schätzen und sich später vielleicht einmal dafür einsetzen.

Die Natur als Lehrmeister:

  • Natürlicher Weg, Grenzen wahrzunehmen
  • Förderung der Selbständigkeit

Durch die natürliche Umwelt werden Grenzen gesetzt: “Limonade zieht Wespen an”, “wenn ich einen großen Ast zum Bauen benötige, dann brauche ich viele Ideen und viele Hände”, usw. Viele Folgen von regelwidrigem Verhalten ergeben sich von selbst und müssen nicht pädagogisch konstruiert werden. Das tägliche Erleben des Waldes ist für die Kinder ein wirkliches Abenteuer und eine Herausforderung. Sie sind gefordert, selbst ihre Grenzen und Entwicklungsfortschritte zu erkennen, was einen Schritt in die Selbständigkeit bedeutet.

Sozialverhalten:

  • Kreativität fördern durch viel Platz und Material
  • Weniger Aggression
  • Mehr Kommunikation
  • Kooperationsfähigkeit
  • Konfliktfähigkeit

Da die Kinder ihren natürlichen Bewegungsdrang ausleben können und der Wald genügend Raum – und Spielmaterial für alle bietet, wird weniger aggressives Verhalten beobachtet. Die Kinder haben ein “geringeres” Spielzeugangebot, welches multifunktional eingesetzt wird. Ein Ast kann Werkzeug, Waldmännchen, Schiff, usw. sein. Dadurch wird die Kreativität in erhöhtem Maße gefördert, und auf verbaler Ebene wird mehr miteinander kommuniziert. Erstaunlich ist, dass bei Kindern, besonders bei den unauffälligen, ruhigeren, im Wald oft andere Kompetenzen ausgelebt werden als im Regelkindergarten. Während dort die Bauecke meist von Jungen besetzt ist, wird im Wald von Jungen und Mädchen gebaut, geschnitzt, nach Tierspuren gesucht, usw.

Kleine Gruppe:

  • Mehr Zeit für jedes Kind
  • Individuelle Förderung
  • Intensive Elternbeteiligung
  • Ganzheitliche Erziehung

Die Waldkindergruppe hat höchstens 20 Kinder, betreut von 3 Personen. Dieses Qualitätsmerkmal fordern Erzieherinnen schon seit vielen Jahren, um sich ihren Kindern in einem individuellen Maße widmen zu können. Die Erzieherinnen können im Wald ganz für die Kinder da sein, da es keine Unterbrechung durch Telefon und andere organisatorische Dinge gibt.

Geringer Lärmpegel:

  • Wohltuend
  • Stille ist erlebbar
  • Stärkt die Konzentration

Ein zusätzlicher angenehmer Nebeneffekt – bedingt durch die Gruppengröße und viel Spielraum – ist ein wesentlich geringerer Lärmpegel als in Räumen. Sowohl Erzieherinnen als auch Kinder empfinden dies als Wohltat. Für Kinder kann Stille wieder erlebbar werden und somit auch Konzentration fördern.

Allgemeine kulturelle Werte

  • Religiöse Erziehung
  • Förderung des Gemeinschaftsgefühls, des Verantwortungsgefühls, der Vorschulfähigkeit usw.